Was RAID kann und was nicht
Ein RAID spiegelt oder verteilt Daten auf mehrere Festplatten, damit der Betrieb weiterläuft, wenn eine Platte ausfällt. Das ist wichtig für die Verfügbarkeit, aber jede Änderung wird sofort auf alle Platten geschrieben. Löscht ein Mitarbeiter versehentlich einen Ordner oder verschlüsselt ein Trojaner die Dateien, passiert das auf allen Platten gleichzeitig. Das RAID hat dann exakt das getan, wofür es gebaut wurde.
Dazu kommen Risiken, die ein RAID gar nicht abdeckt: ein defekter Controller, ein Blitzschlag, ein Wasserschaden, Diebstahl des Geräts oder ein Fehler beim Rebuild, bei dem eine zweite Platte ausfällt. Ein RAID ist ein Verfügbarkeitswerkzeug, keine Datensicherung.
Die 3-2-1-Regel
Die Regel ist alt, aber sie funktioniert:
- 3 Kopien Ihrer Daten: das Original plus zwei Sicherungen
- 2 verschiedene Medien oder Systeme, zum Beispiel NAS und Cloud-Speicher, damit ein Fehler nicht beide trifft
- 1 Kopie außer Haus, damit Brand, Diebstahl oder Wasserschaden nicht alles vernichten
Moderne Ergänzung: Eine Kopie sollte unveränderbar sein (Snapshots oder Immutable Storage), damit Ransomware, die Zugang zum Netzwerk hat, das Backup nicht ebenfalls verschlüsseln kann.
Was ein Backup wirklich braucht
- Automatisch: Backups, die jemand manuell starten muss, werden vergessen
- Versioniert: mehrere Stände über Wochen, nicht nur die letzte Kopie, sonst wird ein Fehler mitgesichert
- Verschlüsselt: besonders bei Cloud-Speicher und externen Festplatten
- Getrennt vom Netzwerk oder unveränderbar: Ransomware sucht gezielt nach erreichbaren Backups
- Überwacht: eine Fehlermeldung muss jemanden erreichen, der reagiert
- Getestet: mindestens vierteljährlich eine echte Wiederherstellung durchführen und die Dauer notieren
Typische Fehler aus der Praxis
Die externe Festplatte hängt dauerhaft am Server und wird beim Ransomware-Angriff mitverschlüsselt. Das Backup läuft seit Monaten mit Fehler, aber die Meldung landet in einem Postfach, das niemand liest. Die Cloud-Synchronisation gilt als Backup, synchronisiert aber auch die Verschlüsselung. Und der Klassiker: Es wurde noch nie versucht, etwas wiederherzustellen.
Empfehlung für kleine Unternehmen
Ein NAS mit Snapshots als erste Sicherungsebene, dazu ein verschlüsseltes, versioniertes Backup in einen Cloud-Speicher oder auf ein zweites NAS an einem anderen Standort, zum Beispiel mit Restic, Borg oder der Backup-Software des NAS-Herstellers. Server werden zusätzlich als Ganzes gesichert (Proxmox Backup Server, Veeam), damit sie nach einem Ausfall in Stunden statt Tagen wieder laufen. Und ein Kalendereintrag für den vierteljährlichen Wiederherstellungstest.
Häufige Fragen dazu
Reicht OneDrive oder Google Drive als Backup?
Nein. Synchronisierte Cloud-Speicher übertragen Löschungen und Verschlüsselungen sofort mit. Sie bieten zwar einen Papierkorb und Versionen, aber keine unabhängige, kontrollierte Sicherung. Ein separates Backup der Cloud-Daten ist Pflicht.
Wie lange sollten Backups aufbewahrt werden?
Tägliche Stände für zwei bis vier Wochen, wöchentliche für einige Monate, monatliche für ein Jahr. Für Buchhaltungsdaten gelten zusätzlich gesetzliche Aufbewahrungsfristen von sieben Jahren.
Was kostet ein ordentliches Backup?
Für ein kleines Unternehmen: ein NAS ab etwa 600 €, Cloud-Speicher ab wenigen Euro pro Terabyte und Monat, dazu die Einrichtung. Die NAS-Einrichtung mit Backup-Konzept biete ich ab 290 € an.
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